Geschichte
Die Alte Freiberger Burschenschaft Glückauf zu Clausthal geht auf einen wissenschaftlichen Verein zurück, den acht Studenten 1875 an der Bergakademie Freiberg gründeten. Diese Chronik fasst die wichtigsten Stationen zusammen.
Chronik
- 1875Am 11. Oktober gründen acht Studenten der Bergakademie Freiberg den „Akademischen Verein Glückauf“. Er ist wissenschaftlich ausgerichtet und versteht sich als Freundschaftsbund. In den folgenden Jahren nimmt der Verein Couleur und Vereinszeichen an und führt ein Wappen mit dem Wappenspruch „Ein Mensch ohne Freund ist ein ärmlicher Wicht“.
- 1898Am 24. Mai wird aus dem Verein die „Freiberger Burschenschaft Glückauf“. Sie schließt sich den Burschenschaften technischer Hochschulen an.
- 1900Die Verbindung gehört am 10. März zu den Gründern des Rüdesheimer Deputierten-Convents.
- 1905Mit dem Lindenhaus erwirbt die Verbindung als erste Studentenverbindung in Freiberg ein eigenes Haus.
- 1910Glückauf übernimmt den Vorsitz im Rüdesheimer Verband Deutscher Burschenschaften, wie sich der Rüdesheimer Deputierten-Convent seit 1905 nennt.
- 1935–1936Im Zuge der Gleichschaltung wird die Burschenschaft in den NSDStB eingegliedert. 1936 endet unter dem Druck der NSDAP der Aktivenbetrieb; die Aktivitas trifft sich noch bis Januar 1937 im Verborgenen. Das Lindenhaus wird 1936 an die Stadt Freiberg verkauft.
- 1950Ehemalige Mitglieder gründen in den westlichen Besatzungszonen die „Alten Glückaufer“. An der Bergakademie Clausthal entsteht zugleich der „Bund Leder“.
- 1951Im Juni schließen sich beide Gruppen in Clausthal zur „Alten Freiberger Burschenschaft Glückauf“ zusammen. Nach einer Probezeit wird sie in die Deutsche Burschenschaft aufgenommen.
- 1955–1956Die Verbindung kauft das 1845 erbaute Haus in der Graupenstraße. Am 16. Juni 1956 wird das Glückauferhaus eingeweiht.
- 1957In Dortmund gründen Alte Herren den ersten Stammtisch im Ruhrgebiet. Weitere folgen; bis heute bestehen unter anderem der Niederrhein-Stammtisch in Duisburg und der Stammtisch der Glückaufer Pensionäre in Essen.
- 1968Der Umbruch an den deutschen Hochschulen hinterlässt auch in der Aktivitas Spuren: Über die Verpflichtungen im Bund kommt es zu Auseinandersetzungen, die mit Ausschlüssen und Austritten enden. Auch in der Deutschen Burschenschaft treten in den folgenden Jahren Differenzen auf.
- 1975Die Verbindung feiert vier Tage lang ihr 100-jähriges Stiftungsfest in Clausthal und den Nachbarorten. Im selben Jahr wird die gemeinnützige Gesellschaft Glückauferhaus Clausthal e.V. gegründet, um Clausthaler Studenten preiswerten Wohnraum anbieten und Spenden steuerlich absetzen zu können.
- 1980Auf dem Haus wird ein Studierzimmer, die „Sehschlange“, eingerichtet, um die Prüfungsvorbereitung deutlich zu verbessern.
- 1990Die Alte Freiberger Burschenschaft Glückauf und die Freiberger Burschenschaft Glückauf schließen ein Freundschaftsverhältnis.
- 2013Im Februar verlässt die Verbindung die Deutsche Burschenschaft und schließt sich der Initiative Burschenschaftliche Zukunft an.
- 2016Am 3. Oktober gehört die Verbindung zu den Gründern der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft.
Wahlspruch, Wappenspruch und Feldgeschrei
Freiheit, Ehre, Vaterland
Ein Mensch ohne Freund ist ein ärmlicher Wicht!
Glück auf sei’s Panier!
„Glück auf“ ist der traditionelle Gruß der Bergleute. Er ist zugleich Wunsch und Bitte: der Wunsch, dass sich im Berg neue Erzgänge auftun, und die Bitte, dass jeder gesund wieder ans Tageslicht kommt. Für Bergleute, die unter Tage auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen sind, steht er für Zusammenhalt und Verlässlichkeit. Im Alltag in Clausthal und Freiberg ist „Glück auf!“ weit mehr als eine Floskel aus dem Bergbau: Man grüßt sich damit auf der Straße, im Hörsaal und beim Einkaufen, so selbstverständlich wie im Norden mit „Moin“ oder im Süden mit „Servus“.
Seit der Gründung an der Bergakademie Freiberg trägt die Verbindung ihn im Namen.
Der Wahlspruch „Freiheit, Ehre, Vaterland“ steht in der burschenschaftlichen Tradition, die auf die Urburschenschaft von 1815 zurückgeht. Das Wappen zeigt Schwarz-Gold-Rot und den Zirkel der Verbindung.
Der Wappenspruch „Ein Mensch ohne Freund ist ein ärmlicher Wicht!“ begleitet die Verbindung seit ihren frühen Jahren. Er steht für den Lebensbund: Wer der Verbindung angehört, bleibt ihr als Alter Herr ein Leben lang verbunden, und Jung und Alt stehen füreinander ein.
Unsere Farben sind Schwarz-Gold-Rot mit goldener Perkussion. Füchse tragen Schwarz-Gold-Schwarz.
Haus und Stiftung
Das Glückauferhaus in der Graupenstraße 7 gehört der Gesellschaft Glückauferhaus Clausthal e.V., die 1975 gegründet wurde, um Clausthaler Studenten preiswerten Wohnraum anzubieten. Die Stiftung Glückauferhaus Clausthal, in der viele Alte Herren Mitglied sind, übernimmt häufig die Kosten für private Tutorien und Klausurmitschriften und unterstützt auch den Hausverein.
Bekannte Mitglieder
- Ferdinand Max Georgi (1854–1940), Bergbaupionier Gehörte 1875 zu den Gründern des Akademischen Vereins „Glückauf“ in Freiberg.
- Albert Borchers (1864–1929), Berghauptmann
- Emil Heyn (1867–1922), Nestor der Metallographie
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Ausführlicher ist unsere Geschichte im Wikipedia-Artikel beschrieben.